Lingen/Münster, 23. August 2026
– Uranschiff „Mikhail Dudin“ nähert sich Rotterdam
– Wird Uran noch vor Demo in Lingen angeliefert?
– „Kreml-Machtdemonstration zum ukrainischen Unabhängigkeitstag“
– 16 Uhr: Pressegespräch, Marktplatz Lingen
– 17 Uhr: Raddemo ab Marktplatz Lingen
– 18 Uhr: Kundgebung vor Brennelementefabrik
Nach Informationen der Marine-Website „Vesselfinder“ wird der russische Atomfrachter „Mikhail Dudin“ am morgigen Montag, 24. August, gegen 6 Uhr im Rotterdamer Hafen erwartet. Die Anti-Atomkraft-Initiativen aus dem Emsland und Münsterland gehen davon aus, dass der einschlägig bekannte Atomfrachter erneut angereichertes Uran für die Brennelementefabrik in Lingen an Bord hat. Rotterdam wird regelmäßig für die Belieferung der Uranfabrik im Emsland mit Uran aus Russland genutzt.
Es ist damit durchaus möglich, dass das Uran in Rotterdam sofort auf LKW umgeladen wird, um noch vor Beginn der morgigen Anti-Atom-Demonstration nach Lingen gebracht zu werden. Die Anti-Atomkraft-Initiativen beobachten deshalb sehr genau die weitere Entwicklung im Rotterdamer Hafen und werden morgen früh über das weitere Vorgehen entscheiden. Framatome verschiebt aber aufgrund der angekündigten Proteste die Ankunft des Urans in Lingen womöglich auf Dienstag. Die Ankunft der Mikhail Dudin in Rotterdam fällt genau auf den Unabhängigkeitstag der Ukraine. Die Anti-Atomkraft-Initiativen sehen darin eine Provokation und Machtdemonstration des Kreml. Die Atomgeschäfte mit der EU sind eine wichtige Einnahmequelle des Kreml im Krieg gegen die Ukraine.
Die Ankunft der „Mikhail Dudin“ unterstreicht die Notwendigkeit für die Proteste am morgigen Montag gegen die Urangeschäfte mit dem Kreml und gegen den geplanten Einstieg des Kreml-Atomkonzerns Rosatom in die Brennelementefertigung in Lingen: Start wird um 17 Uhr mit einer Fahrraddemo vom Marktplatz in Lingen sein. Um 18 Uhr findet dann die Kundgebung vor dem Werkstor von Framatome, Am Seitenkanal 1, statt. Dort werden unter anderem der Träger des Alternativen Nobelpreises und Mitgründer der russischen Umweltorganisation Ecodefense, Vladimir Slivyak, sowie Bettina Ackermann von der bundesweiten Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt sprechen.
„Die atomare Abhängigkeit der EU vom Kreml ist erschreckend – und auch die Bundesregierung billigt leider weiterhin diesen Uranimport und die Verarbeitung zu Brennelementen in Lingen. Dass die „Mikhail Dudin“ jetzt schon zum zweiten Mal im August Kurs auf Rotterdam nimmt und die niedersächsische Landesregierung gerade erst die extrem gefährliche Brennelemente-Kooperation zwischen Framatome und Rosatom im Emsland genehmigt hat, zeigt deutlich, wer in dieser ungleichen Beziehung das Sagen hat. Rosatom verfügt über das Uran und das nötige Brennelemente-Know-How, das Framatome so gerne hätte. Gegen diese brandgefährliche Kooperation gehen wir in Lingen auf die Straße. Wir müssen raus aus der atomaren Sackgasse und endlich die Erneuerbaren Energien beschleunigt ausbauen,“ erklärte Alexander Vent vom Bündnis AgiEl – Atomkraftgegner*innen im Emsland.
„Noch ist die Genehmigung des Landesumweltministeriums in Hannover für die Produktion von „russischen“ Brennelementen in Lingen nicht rechtskräftig. Von daher haben Bundes- und Landesregierung noch eine letzte Möglichkeit, den Stecker zu ziehen. Wir erwarten aus Berlin und Hannover endlich politisches Rückgrat. Es gibt letztlich nur eine Alternative, die den atomaren Irrweg in Lingen gefahrlos beendet – und das ist die Stilllegung der Uranfabrik. Die Atomanlage schadet der Sicherheit der Öffentlichkeit in erheblichem Maße und die Kooperation mit dem Kreml untergräbt die Solidarität mit der Ukraine,“ ergänzte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
Hinweis für die Redaktionen:
Wir laden Sie nochmals herzlich für den morgigen Montagnachmittag um 16 Uhr zur Pressekonferenz auf dem Marktplatz von Lingen ein. Dort wird Bettina Ackermann von .ausgestrahlt über die gravierenden Schwachstellen der am 22. Juli vom niedersächsischen Umweltministerium erteilten Genehmigung zum Einstieg von Rosatom in die hiesige Brennelementefertigung informieren. Vladimir Slivyak von Ecodefense erläutert die geopolitische, strategische Rolle von Rosatom für den Kreml und Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen geht auf die politischen Forderungen an die Bundes- und Landesregierung in Bezug auf die sich gefährlich ausweitenden Atomgeschäfte mit Rosatom ein.
Die Fahrt der „Mikhail Dudin“ können Sie über die Marine-Website „Vesselfinder“ selbst verfolgen. Sie hat am 16. August St. Petersburg verlassen.
Die Initiativen informieren ab sofort über den Newsticker www.castor-stoppen.de/urantransporte/ über die aktuellen Entwicklungen rund um die Uranlieferung aus Russland.
Morgen früh gegen 9 Uhr werden wir ein Update zum Stand der Dinge veröffentlichen.
Weitere Informationen:
https://atomstadt-lingen.de/aktuelles, www.sofa-ms.de, www.ausgestrahlt.de,
www.castor-stoppen.de/urantransporte/
