Neuer Urantransport Russland-Lingen via Rotterdam:
„Atomare Abhängigkeit vom Kreml erschreckend„
Nach übereinstimmenden Informationen der Marine-Website „Vesselfinder“ und der Rotterdamer Hafen-Website hat der russische Atomfrachter „Mikhail Dudin“ am vergangenen Donnerstag von Dünkirchen aus im Rotterdamer Hafen Station gemacht. Nach Informationen der Anti-Atomkraft-Initiativen aus dem Emsland und Münsterland hat der einschlägig bekannte Atomfrachter dabei Brennstäbe aus der Brennelementfabrik Lingen an Bord genommen. Diese gehen via Russland zu einer Brennelementfabrik in Kasachstan, wo Brennelemente vor allem für chinesische AKW gefertigt werden. Die kasachische Brennelementfabrik wurde vom Betreiber der Lingener Brennelementfabrik, dem französischen Atomkonzern Framatome, errichtet und ist vollständig von der Kooperation mit Russland abhängig. Die hiesigen Initiativen gehen davon aus, dass die „Mikhail Dudin“ wie schon so oft entweder in Dünkirchen oder in Rotterdam auch angereichertes Uran für Brennelementfabrik in Lingen abgeladen hat.
Aus Protest gegen die fortgesetzten Urangeschäfte mit Russland und gegen den geplanten Einstieg des Kreml-Atomkonzerns Rosatom in die Brennelementfertigung in Lingen rufen die regionalen Anti-Atomkraft-Initiativen für
Montag, 24. August, zu einer neuen Demonstration in Lingen auf. Start wird um 17 Uhr mit einer Fahrraddemo vom Marktplatz in Lingen sein. Um 18 Uhr findet dann die Kundgebung vor dem Werkstor von Framatome, Am Seitenkanal 1, statt.
„Die atomare Abhängigkeit vom Kreml ist erschreckend. Anscheinend werden die Warnzeichen überhaupt nicht verstanden. Anstatt sich endlich aus der atomaren Umklammerung zu lösen, setzt Framatome mit Billigung der Bundes- und Landesregierung auf eine immer stärkere Kooperation. Dabei ist klar, wer in dieser ungleichen Beziehung das Sagen hat. Der Kreml-Atomkonzern Rosatom verfügt über das Uran und das nötige Brennelement-Know-How, das Framatome so gerne hätte. Gegen diese Kooperation gehen wir in Lingen weiter auf die Straße. Wir müssen raus aus der atomaren Sackgasse und endlich die Erneuerbaren beschleunigt ausbauen,“ erklärte Alexander Vent vom Bündnis AgiEl – Atomkraftgegner*innen im Emsland.
„Noch ist die Genehmigung des Landesumweltministeriums in Hannover für die Produktion von „russischen“ Brennelementen in Lingen nicht rechtskräftig. Von daher haben Bundes- und Landesregierung noch eine letzte Möglichkeit, den Stecker zu ziehen. Wir werden unseren Protest definitiv fortsetzen. Es gibt letztlich nur eine Alternative, die den atomaren Irrweg in Lingen gefahrlos beendet – und das ist die Stilllegung der Uranfabrik. Die Atomanlage schadet der Sicherheit der Öffentlichkeit in erheblichem Maße,“ ergänzte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
