Liebe Klimaschützer, liebe Atomkraftgegner,

das Atomkraftwerk in Lingen wird nach einer 6-wöchigen Stilllegung (aufgrund der Revisionsarbeiten) – mit frischen Brennelementen bestückt – demnächst wieder hochgefahren und mit maximaler Leistung Atomstrom ins Netz einspeisen.
Die Betreiberin RWE brüstet sich damit, dass man seit Inbetriebnahme der Anlage in Lingen schon 350 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt hat, und zwar CO2-frei, wie RWE extra betont.
Dass dies eine glatte Lüge ist weiß RWE, und wir wissen es auch: rechnet man alle vor- und nachgeschalteten Prozesse der Stromerzeugung (Uranabbau, Transport, Aufbereitung, Zwischen- und Endlagerung, Rückbau etc) mit ein, so ergibt sich für die Verstromung von Uran eine Bilanz von 65 – 146g CO2-Emission pro kwh. Somit hat RWE allein in Lingen seit Inbetriebnahme des AKWs 1988 mit 15 – 51 Millionen Tonnen CO2-Emissionen den Klimawandel vorangetrieben. Dies ist zwar im Vergleich zu anderen, herkömmlichen Formen der Energieerzeugung noch relativ wenig (Vergleich: Kohle: 820g, modernes Gaskraftwerk allerdings: 78g CO2 pro kwh), wird aber bei weiterem Ausbau und weltweiter Nutzung der Atomkraft in 10 – 15 Jahren noch deutlich steigen, weil man beim Uranabbau dann auf Erze mit geringerem Urangehalt zurückgreifen muss, was eine noch CO2-intensivere Förderung bedeutet.
Und: regenerative Energieerzeugung ist natürlich wesentlich klimafreundlicher (10 – 50g CO2 pro kwh), wird aber durch die Einspeisung von Atomstrom blockiert und durch den Einfluss der mächtigen Atomlobby politisch ausgebremst: Die CDU sorgte dafür, dass „Restlaufzeiten“ von vorzeitig abgeschalteten AKWs auf andere Atomkraftwerke übertragen werden können – deshalb läuft das AKW Lingen fast durchgängig unter Volllast, während das moderne Gaskraftwerk nebenan meistens abgeschaltet ist und auch Windräder selbst an windigen Tagen oft stillstehen!

Profitgier unter dem Deckmantel des Klimaschutzes

Der langen Rede kurzer Sinn: RWE versucht mal wieder, uns mit billigen Tricks und falschen Aussagen für dumm zu verkaufen. Fakt ist: Atomkraft produziert nicht nur nahezu ewig strahlenden Atommüll, für dessen Entsorgung es kein Konzept gibt, sondern auch wachsende Mengen an klimaschädlichem CO2.

RWE will auf Kosten des Klimas, der Umwelt und unserer Zukunft weitere Milliarden Euro scheffeln, weiterhin global in die Atomkraft investieren- und wird damit die Erreichung der Klimaschutzziele nur noch weiter erschweren. Die Strategie der RWE ist leicht durchschaubar- und gegenüber den uns nachfolgenden Generationen gänzlich verantwortungslos!

Dagegen wollen wir unsere Stimmen erheben!
Bei einer Protestkundgebung am 28.6.2019, dem Tag der Wiederinbetriebnahme des AKW Emsland, ab 17 Uhr vor dem Werkstor fordern wir die sofortige Abschaltung aller Atomanlagen und Umsetzung aller erforderlichen Maßnahmen zur Rettung unseres Klimas.

Damit die Kundgebung optimal vorbereitet werden kann, gebt am besten eben Rückmeldung. Am besten einfach per eMail, oder Ihr nutzt diese „Dudle“-Umfrage: https://dudle.inf.tu-dresden.de/qjgb4ilg/